
Wenn Du das hier liest, kennst du wahrscheinlich den Moment: Dein Kind dreht durch, ist nicht ansprechbar oder zieht sich komplett zurück. In der Schule heißt es, dein Kind sei unaufmerksam, impulsiv, nicht gruppenfähig oder ein Störenfried. Zu Hause ist es der tägliche Kampf gegen Hausaufgaben, Planänderungen, Geräusche, Erwartungen.
Was oft dahintersteckt, ist kein Willens- oder Erziehungsproblem. Es ist ein Nervensystem, das anders funktioniert und das noch nicht gelernt hat, sich selbst zu regulieren.
Dieses Coaching begleitet Kinder zwischen 6 und 12 Jahren dabei, ihr eigenes Gehirn zu verstehen. Und wir begleiten dich als Elternteil dabei, das zu unterstützen.
Kinder mit ADHS, Autismus oder auch sehr hoher Sensibilität erleben die Welt intensiver und anders als viele ihrer Altersgenossen. Geräusche, die andere kaum wahrnehmen, können überwältigend sein. Übergänge, die für andere selbstverständlich sind, lösen Stress aus. Emotionen kommen schnell, stark und oft ohne Vorwarnung.
Das ist keine schlechte Erziehung und keine Entscheidung, die die Kinder treffen. Es ist einfach Neurobiologie. Was diesen Kindern häufig fehlt, sind passende Werkzeuge zur Selbstregulation: die Fähigkeit, das eigene Nervensystem zu beruhigen, bevor es kippt. Diese Fähigkeit kann gelernt werden. Spielerisch, in kleinen Schritten, mit den richtigen Impulsen – und mit Erwachsenen an ihrer Seite, die verstehen, was gerade passiert.
Das Angebot richtet sich ganz explizit an Kinder zwischen 6 und 12 Jahren – egal ob eine Diagnose vorliegt oder nicht. Was zählt, ist dein Kind und dein Gefühl.
Situationen, in denen dieses Coaching helfen kann:
Eine ADHS- oder Autismus-Diagnose ist keine Voraussetzung. Auch Kinder mit hoher Sensibilität, starker Reizoffenheit oder emotionaler Impulsivität profitieren von diesem Coaching.
Jedes Kind bringt seine eigene Geschichte mit.
Manche Kinder kommen zu uns, weil sie sich im Alltag schnell überfordert fühlen. Andere kämpfen mit starken Gefühlen, Missverständnissen in der Schule oder dem Eindruck, irgendwie anders zu sein als die anderen. Manche haben bereits eine Diagnose, andere nicht.
Deshalb gibt es kein festes Programm, das für alle Kinder gleich aussieht. Stattdessen orientieren wir uns an drei Bereichen, die in diesem Prozess häufig eine Rolle spielen:
Diese Bereiche geben Orientierung, sind aber keine feste Reihenfolge. Manche Kinder brauchen zunächst vor allem Sicherheit und Entlastung. Andere möchten verstehen, warum sie in bestimmten Situationen anders reagieren als ihre Freunde. Wieder andere profitieren davon, zuerst ihre Stärken wiederzuentdecken.
Es ist uns wichtig gemeinsam mit dir zu schauen, wo dein Kind gerade steht, welche Ressourcen bereits vorhanden sind und welche Unterstützung jetzt im Moment hilfreich ist. Entwicklung geschieht nicht auf Knopfdruck. Kinder lernen in ihrem eigenen Tempo – und genau daran orientieren wir uns.
Übrigens: Elternarbeit ist fester Bestandteil, denn Kinder brauchen Co-Regulationspartner, die verstehen, was in ihnen vorgeht.
Viele Kinder erleben zum ersten Mal, dass ihnen jemand erklärt, was eigentlich in ihrem Gehirn und ihrem Körper passiert.
Mit altersgerechten Bildern, Geschichten, Figuren und der sogenannten Reiz-Ampel lernen sie, ihre eigenen Zustände wahrzunehmen und besser einzuordnen. Das schafft oft etwas sehr Wertvolles: Verständnis für sich selbst. Und es ist oft das erste Mal, dass ein Kind auch versteht: Ich drehe nicht einfach durch. Ich bin im roten Bereich. Und da kann man wieder raus.
Parallel dazu beziehen wir euch als Eltern mit ein. Gemeinsam schauen wir auf typische Auslöser, Belastungen und Situationen im Alltag. Dabei geht es nicht um Schuld oder Erziehungsfehler, sondern darum zu verstehen, was hinter dem Verhalten eines Kindes steckt und wie ihr es in schwierigen Momenten unterstützen könnt.
Kinder lernen Selbstregulation nicht durch Erklärungen, sondern durch Erfahrungen.
Deshalb arbeiten wir spielerisch, körperorientiert und alltagsnah. Stampfen, Atemübungen, Druckreize, Bewegung. Dein Kind gestaltet seinen persönlichen „Ruhe-Koffer“ – eine Sammlung von Strategien, die für es funktionieren. Es spielt den Reiz-Detektiv und lernt, Körpersignale zu lesen, bevor es kippt.
Gemeinsam entdecken wir, was deinem Kind hilft, Anspannung wahrzunehmen und wieder aus einem Zustand von Überforderung herauszufinden. Nicht jedes Kind braucht dieselben Werkzeuge. Deshalb suchen wir nach Lösungen, die wirklich zu deinem Kind passen.
Ziel am Ende dieser Phase: Dein Kind erkennt selbst, wann es in den gelben Bereich gerät und hat erste eigene Möglichkeiten, dort nicht stecken zu bleiben.
Viele neurodivergente Kinder sammeln schon früh Erfahrungen, die ihr Selbstbild belasten. Sie hören häufiger, was sie nicht können, wo sie anecken oder dass sie anders sind. Dabei geraten ihre Fähigkeiten oft in den Hintergrund.
Ein wichtiger Teil des Coachings besteht deshalb darin, die Aufmerksamkeit wieder auf die Stärken zu richten. Kreativität, Hyperfokus, besondere Interessen, Einfühlungsvermögen, Neugier oder ungewöhnliche Denkweisen dürfen sichtbar werden.
Ziel ist nicht, Schwierigkeiten wegzureden. Ziel ist ein Selbstbild, das vollständiger ist. Ein Kind, das versteht, warum manches schwerfällt, aber auch erkennt, was in ihm steckt!
Eltern sind ein wichtiger Teil des Prozesses.
Deshalb beziehen wir euch – oder falls du allein kommst, dich – regelmäßig mit ein und schauen gemeinsam auf die Fragen, die euch im Alltag beschäftigen.
Dabei geht es nicht darum, perfekte Eltern zu werden. Sondern darum, mehr Sicherheit im Umgang mit dem eigenen Kind zu gewinnen und die Zusammenhänge hinter seinem Verhalten besser zu verstehen.
Kein Kind, das dieses Coaching abschließt, ist plötzlich „einfach“. Die Neurodivergenz verschwindet nicht. Schule bleibt anspruchsvoll. Alltag bleibt manchmal laut und überfordernder als für andere.
Aber trotzdem verändert sich etwas. Dein Kind erlebt sich selbst nicht mehr als Problem, sondern als jemanden mit einem besonderen Gehirn, das besondere Dinge kann. Es hat Werkzeuge. Es kann sich selbst wahrnehmen. Und es hat – vielleicht zum ersten Mal – das Gefühl, dass jemand verstanden hat, wie es sich anfühlt, so zu sein.
Das ist kein kleines Ergebnis!
Wir arbeiten neurodivergenz-affirmativ, das bedeutet, dass wir Unterschiede nicht als „Störung“ oder „Defizit“ wahrnehmen, sondern als natürliche Variante menschlicher Vielfalt.
Wir wertschätzen genau diese Vielfalt und bringend zudem viel Erfahrung in der Arbeit mit Kindern mit. Auf Wunsch sind unsere Pferde Teil des Coachings, weil Tiere auf eine ganz eigene Art Sicherheit vermitteln können, die Kindern manchmal leichter zugänglich ist als das Gespräch.
Can Agustin gibt dabei einen sicheren Rahmen. Weit weg vom Schulalltag, auf der Finca, draußen in der Natur. Für viele Kinder ist Can Agustin der erste Ort, an dem sie nicht „performen“ müssen, sondern einfach sein dürfen wie sie sind.
Wenn ihr möchtet, verbindet ihr das Coaching mit einem Aufenthalt bei uns.
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Übrigens: Wir bieten rund um das Thema Neurodivergenz auch Coachings für Erwachsene mit später Diagnose, Coaching für Jugendliche (13-18 Jahre) mit Autismus oder ADHS sowie Coaching für Angehörige neurodivergenter Menschen an. Schau dich gern mal um!