Sonnenfinsternis auf Mallorca

Schafe im Sonnenuntergang - Sie machen sich nichts aus der Sonnenfinsternis auf Mallorca

Am 12. August verschwindet die Sonne

Es gibt Tage, die sich anfühlen wie jeder andere. Und dann gibt es den 12. August 2026.

An diesem Abend schiebt sich der Mond vor die Sonne, und für gut anderthalb Minuten wird es auf Mallorca dunkel – mitten im Sommer, mitten in Europa, mitten in einem Moment, den die meisten von uns kein zweites Mal erleben werden. Die letzte totale Sonnenfinsternis über spanischem Festland liegt mehr als hundert Jahre zurück, 1905, lange bevor hier irgendjemand von Sonnencreme oder Selfiesticks gehört hatte.

Wann wird es dunkel?

Die Sonnenfinsternis beginnt am frühen Abend. Der Mond schiebt sich langsam Stück für Stück vor die Sonne. Interessant wird es kurz vor Sonnenuntergang: Gegen 20:30 Uhr Ortszeit steht die Sonne bereits tief im Westen, wenn der Mond sie für rund anderthalb Minuten vollständig verdeckt.

Der Himmel verfärbt sich, die Temperatur fällt spürbar, und für einen Moment sieht man etwas, das sonst niemand zu sehen bekommt: die Korona, den äußeren Hauch der Sonnenatmosphäre, der sonst vom grellen Sonnenlicht komplett überstrahlt wird. Die exakte Uhrzeit variiert leicht je nach Standort auf der Insel.

Wo sieht man die Sonnenfinsternis am besten?

Weil die Sonne zum Zeitpunkt der Finsternis schon sehr tief steht, entscheidet vor allem eines über ein gutes Erlebnis: ein freier Blick nach Westen.

Offene Buchten, Aussichtspunkte mit Blick aufs Meer, Orte, an denen der Horizont nicht durch Bebauung verdeckt wird. Wer es sich leisten kann, wählt einen Platz mit etwas Höhe: Man sieht dann nicht nur die Sonne verschwinden, sondern auch, wie sich der Schatten des Mondes wie eine Welle über die Landschaft und das Meer bewegt. Das ist der Teil, den Fotos später nie ganz einfangen.

Wer bei uns auf der Finca ist, wird sich von der Finca wegbewegen müssen, wenn er das ganze Schauspiel sehen möchte. Denn von unseren Weiden aus reicht der Blick zwar weit über das Land in Richtung Sonnenuntergang – ganz ohne Verkehr, ohne Parkplatzsuche, ohne die halbe Insel um einen herum. Man sieht aber nicht wie die Sonne dann letztendlich im Meer versinkt, sondern der Blick wird vorher von umliegenden Hügeln verdeckt.

Deshalb ist die Westküste der Insel logischerweise das bevorzugte Terrain für alle, die extra dafür losfahren wollen. Aber sie ist mit Sicherheit auch brechend voll. Schon jetzt steht in der Presse, dass Zufahrtsstraßen in die Tramuntana gesperrt werden, um dem Kollaps vorzubeugen. Wenn ihr also nicht gerade durch die Tramuntana wandert und einen einsamen Pfad auf einen der Gipfel findet, raten wir euch von dieser Option definitiv ab. Bekannte Plätze um den Sonnenuntergang zu schauen, wie „Sa Foradada“, die Küste am „Cap Blanc“, Cap Formentor oder der Berg Randa, werden mit großer Sicherheit komplett überrannt. Überlegt euch das also gut.

Ihr seid also gut beraten, euch entweder vorab in Richtung (Süd-)Westen zu begeben oder euch einen sehr hoch liegenden Standort zu suchen. In der näheren Umgebung bietet sich da eigentlich nur der Berg Sant Salvador bei Felanitx an, der sicherlich ebenfalls extrem gut besucht sein wird. Unsere Empfehlung geht deshalb eher in eine andere Richtung.

Logenplatz auf dem Meer

Ganz klar, wer beispielsweise vom Südzipfel der Insel, also Colonia Sant Jordi, raus auf das Meer fährt, wird mit Plätzen in der ersten Reihe belohnt. Wer die Finsternis nicht von Land, sondern vom Meer aus erleben möchte, findet entlang der Küste kleinere Bootsanbieter, die in dieser Zeit häufig spezielle Ausfahrten anbieten, die genau auf den Zeitpunkt der Totalität abgestimmt sind – ein Logenplatz mit freiem Horizont in alle Richtungen.

Auch Kajak- und SUP-Verleihe an der Westküste dürften an diesem Termin gefragt sein, gerade weil man vom Wasser aus die Dämmerung über der ganzen Bucht hereinbrechen sieht. Wichtig in jedem Fall: früh reservieren. Ein Ereignis, das seit über hundert Jahren nicht mehr stattgefunden hat, bucht sich erfahrungsgemäß schneller aus, als man schauen kann.

Worauf man achten sollte und was man lieber lässt

Der wichtigste Satz zuerst: Ohne zertifizierte Finsternisbrille (Norm ISO 12312-2) schaut man während der partiellen Phasen nicht direkt in die Sonne. Eine normale Sonnenbrille reicht nicht, egal wie dunkel sie aussieht – die Netzhaut merkt den Unterschied erst, wenn es zu spät ist. Nur während der kurzen Totalität, wenn die Sonne komplett verdeckt ist, darf man ausnahmsweise ohne Brille hinsehen. Danach sofort wieder aufsetzen.

Wer die besten anderthalb Minuten seines Sommers nicht durchs Handydisplay verbringen möchte, plant den fotografischen Ehrgeiz besser vorher ein oder lässt ihn ganz sein. Ein Stativ, ein Solarfilter fürs Objektiv und ein bisschen Übung im Vorfeld ersparen einem später den Moment, in dem man merkt: Man hat die Korona nur auf einem verwackelten 3-Sekunden-Video gesehen, nicht mit eigenen Augen.

Und wenn es einen einfach kalt lässt?

Nicht jeder muss eine Sonnenfinsternis spektakulär finden, und das ist bei uns genauso in Ordnung. Für alle, denen kosmische Ereignisse eher egal sind, hat der 12. August trotzdem etwas zu bieten: Ein Buch auf der Terrasse, ein kühles Getränk, während alle anderen mit Papp-Brillen gen Westen starren – man hat plötzlich den ruhigsten Platz der Welt für sich allein. Und sollte jemand fragen, warum man bei dem Spektakel nicht mitmacht, dann antwortet man einfach, man warte lieber die Nacht ab, bevor man sich mit dem Universum beschäftigt. Oder mit Tanjas Worten: „Mach die Augen zu, dann ist es auch dunkel.“ 😉

Falls noch jemand einen Platz sucht

Falls jemand Lust hat, den 12. August auf Mallorca zu erleben und noch eine Unterkunft sucht: Meldet euch. Wir haben für diese Zeit noch was auf Can Agustín frei.


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