Nachtmärkte in Mallorca: Wo die Insel abends zum Leben erwacht

Nachtmärkte in Mallorca: Im Sommer ein willkommener Anlass Abends das Haus zu verlassen

Fira Nocturna auf Mallorca: Abends erwacht das Leben an den heißen Tagen

Wer schon länger auf Mallorca lebt, weiß an einem Sommerabend vor allem den Moment zu schätzen, wenn die Luft endlich auf ein relativ erträgliches Maß abkühlt. Die Sonne ist weg und die Nacht macht sich bereit. Dann erwacht auf Mallorca eigentlich erst wieder das Leben.

Auf einmal klappen irgendwo in der Nähe die ersten Stände auf. Der Duft von gegrilltem Fisch, frisch gepresster Limonade und warmem Holz zieht durch die Gassen, jemand stimmt eine Gitarre, Kinder laufen barfuß zwischen den Tischen umher. Das ist die Stunde der Nachtmärkte, der Firas Nocturnas.

Wer tagsüber schon mal versucht hat, in der Mittagssonne über einen Wochenmarkt zu schlendern, weiß, warum die Insel im Sommer klug reagiert und das Markttreiben einfach in den Abend verlegt. Plötzlich verwandeln sich Strandpromenaden und Dorfplätze in beleuchtete Einkaufsstraßen für Kunsthandwerk, lokale Produkte und ein gutes Stück balearisches Lebensgefühl. Und anders als man vielleicht denkt, sind diese Märkte nicht nur etwas für Urlauber, auch wir pilgern regelmäßig hin, mit einem Eis in der einen und ein paar Churros in der anderen Hand.

Was einen Nachtmarkt auf Mallorca ausmacht

Die Grundzutaten sind fast überall gleich, und genau das macht den Charme aus: handgemachter Schmuck, duftende Naturseifen, filigrane Flechtwaren aus den Blättern der Zwergpalme („Llata“), dazu Lederwaren, Keramik und die eine oder andere Töpferware, die garantiert nirgendwo sonst zu finden ist.

Dazwischen Stände mit Ensaimadas, Sobrasada, lokalem Wein und Craft-Bier, oft ergänzt durch Foodtrucks für alle, die den Abend gleich zum Dinner machen wollen. Im Hintergrund läuft meist Live-Musik – manchmal ein einzelner Gitarrist, manchmal eine ganze Band, die zum Tanzen einlädt. Kein Feilschen, kein Gedränge wie auf den Wochenmärkten am Vormittag – hier darf man einfach schlendern.

Die Nachtmärkte an der Ostküste

Da wir mit Can Agustin in der Nähe von Son Carrió zuhause sind, kommen wir gar nicht drum herum, mit den Märkten in unmittelbarer Nähe zu beginnen. Wer bei uns auf der Finca übernachtet oder zur Coaching-Session anreist, hat gleich mehrere Optionen in wenigen Fahrminuten:

Sa Coma – Mittwochabend ist Markttag in Sa Coma, meist von Ende Mai bis Ende September, zwischen 18:00 und 23:00 Uhr. Übersichtlich, entspannt, ideal für einen kurzen Abendspaziergang direkt nach dem Strand.

S’Illot – Der Donnerstagsmarkt in S’Illot läuft von Juni bis Ende September, ebenfalls 18:00 bis 23:00 Uhr, und liegt hübsch an der Promenade mit Blick aufs Wasser.

Cala Millor / Cala Bona – Auch in Cala Millor und Cala Bona tut sich im Sommer einiges, wenn auch weniger als reiner Wochenmarkt und mehr im Rahmen der Sommerfeste. Für einen Abendbummel mit Restaurantbesuch lohnt sich die Promenade allemal.

Porto Cristo – Ein bisschen weiter südlich, aber für uns immer noch locker in 15 Min. erreichbar liegt Porto Cristo. Der Hafenort mit seinem malerischen Yachthafen wird im Sommer regelmäßig zur Kulisse für Abendveranstaltungen und Sonderformate der Fira Nocturna-Reihe.

Cala Ratjada – Etwas weiter im Norden, aber einen Ausflug wert: In Cala Ratjada pulsiert das Marktleben gleich dreimal die Woche – montags, mittwochs und freitags – rund um die Plaza Castellet, bis 15. Oktober und bis 23:00 Uhr geöffnet.

Cala d’Or und Cala Egos im Süden runden das Angebot der näheren Umgebung ab: sonntags beziehungsweise donnerstags, jeweils bis Ende Oktober.

Ein kleiner Praxistipp aus Erfahrung: Wer an einem lauen Abend keine Lust auf lange Anfahrt hat, kombiniert einfach Sa Coma oder S’Illot mit einem Abendessen am Wasser. So wird aus einem kurzen Marktbummel schnell ein ganz entspannter Abend.


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Die schönsten und bekanntesten Nachtmärkte der Insel

Wer etwas mehr Zeit mitbringt und einen richtigen Ausflug plant, dem seien ein paar Klassiker ans Herz gelegt, die zurecht einen besonderen Ruf genießen:

Playa de Palma (Les Meravelles) ist der wohl größte und bekannteste Nachtmarkt der Insel. Täglich geöffnet, von Anfang Mai bis Ende Oktober, jeweils 20:00 bis Mitternacht. Zwischen Calle Llaüt und der Carretera de S’Arenal erstreckt sich ein ganzes Marktband, das eher wie eine Flanierzone als ein einzelner Standort wirkt.

Palma selbst wartet mit gleich mehreren Nachtmärkten auf, unter anderem am Paseo Sagrera, donnerstags bis sonntags von etwa 19:00 bis 00:30 Uhr. Die Kulisse der Kathedrale im Hintergrund macht diesen Markt zu einem der fotogensten der Insel.

Port d’Alcúdia im Norden gilt ebenfalls als einer der stimmungsvollsten Sommermärkte. Die Promenade füllt sich von Mitte Juni bis Ende September an mehreren Tagen die Woche mit Ständen.

Colònia de Sant Jordi im äußersten Süden punktet mit einer ruhigeren, fast dörflichen Atmosphäre. Mittwochs, von Mai bis Oktober, mit Blick auf die Salinen und den Sonnenuntergang.

Wer sich für einen dieser größeren Märkte entscheidet, sollte etwas Zeit für die Anfahrt und einen Parkplatz einplanen, gerade Playa de Palma und Alcúdia sind in der Hochsaison entsprechend belebt.

Mehr als „nur“ Marktstände: Die Fiestas Patronales

Feuerlauf - Correfoc - auf den Festes Patronales in MallorcaWas viele Gäste nicht wissen: Neben den Nachtmärkten gibt es auf Mallorca eine ganz eigene Tradition: die Fiestas Patronales, die Dorf- und Patronatsfeste. Praktisch jede Gemeinde feiert im Laufe des Sommers ihren Schutzpatron mit mehrtägigen Programmen aus Prozessionen, Konzerten, Verbenas (Freiluft-Tanzabenden), traditionellen Umzügen mit Caparrots, Correfoc (Feuerlauf), Feuerwerk und oft auch einer eigenen kleinen Fira Nocturna.

Für uns an der Ostküste besonders relevant: Son Carrió feiert seine Fiestas Patronales im Mai traditionell mit einer Verbena-Nacht samt Live-Bands, einem Bahnhofsmuseums-Programm und der beliebten „Fira Ramadera“. Ein authentisches Dorffest zum Reinschnuppern, wenn man mehr vom Inselleben abseits der Touristenpfade erleben möchte.

Son Servera feiert Ende Juni seine „Festes de Sant Joan“ mit Dorfessen unter freiem Himmel, einer Weinnacht und dem traditionellen Hahnenschrei-Wettbewerb; die Küstenorte Cala Millor und Cala Bona werden an den großen Konzertabenden sogar mit kostenlosen Bussen angebunden.

Im Juli folgt dann die „Festes de la Mare de Déu del Carme“, der Schutzpatronin der Fischer mit Prozession und Feuerwerk in Cala Bona, Cala Ratjada und Porto Cristo, sowie die „Festes de Sa Coma“ in Sa Coma.

Sant Llorenç des Cardassar, unsere Nachbargemeinde, legt sich im August mit einem umfangreichen Programm ins Zeug: Mitte des Monats gibt es dort eine eigene Fira Nocturna sowie mehrere Verbena-Abende mit Livemusik bis in die frühen Morgenstunden.  Und mit einem traditionellen Sopar a la fresca, einem Abendessen unter freiem Himmel, an langen Tischen mit allen aus dem Dorf und denen die möchten.

Des Weiteren finden im August die Patronatsfeste in Cala Ratjada und Capdepera statt. Nacheinander erst „Sant Roc“ in Cala Ratjada und direkt im Anschluss „Sant Bartomeu“ in Capdepera. Vor allem in Capdepera ist der traditionelle Feuerlauf der Dämonen (Correfoc dels dimonis) ein sehenswertes, wenn auch gruseliges, Spektakel. Feuchte, alte Kleidung, Kopftücher und Ohropax werden euch helfen, das unbeschadet zu überstehen.

Wer im August noch weiterreisen möchte: In s’Illot findet am Ende August die letzte Fira Nocturna der Saison statt, ab 19:00 Uhr bei freiem Eintritt – organisiert von der Gemeinde Manacor, mit Ständen lokaler Kunsthandwerker. Ein schöner, entspannter Ausklang der sommerlichen Marktsaison direkt an unserer Küste.

Ein Tipp von uns

Die Zeiten und Tage der Nachtmärkte ändern sich mitunter kurzfristig – ein Regenschauer, ein Gemeindefest oder einfach die Nebensaison können Termine verschieben. Wer sicher gehen möchte, wirft am besten kurz vorher einen Blick auf die Webseite oder den Instagram-Account der jeweiligen Gemeinde (ajuntament).

Und ein letzter, ganz persönlicher Tipp: Verplant den Abend nicht zu eng. Die Nachtmärkte Mallorcas sind kein Pflichtprogramm, sondern eine Einladung zum Bummeln. Am schönsten sind sie genau dann, wenn man sich Zeit nimmt, mit den Standbetreibern ins Gespräch kommt und dem Abend einfach seinen eigenen Rhythmus lässt.


Alle Angaben zu Terminen und Öffnungszeiten ohne Gewähr. Änderungen sind je nach Wetter, Gemeinde und Saison möglich.