
Manchmal meint es das Leben gut. Und manchmal meint es das Leben plötzlich sehr gut. Genau so fühlte sich das Wochenende des 10. und 11. Januar 2026 an, als Zsolt Varga für einen Workshop zu uns nach Can Agustin kam. Denn nach gefühlt endlosem Schlechtwetter und unserer berechtigten Sorge, dass der Workshop im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fällt, zeigte sich ENDLICH die mallorquinische Wintersonne.
Der Samstag hatte gleich ein kleines Geschenk im Gepäck: Wind. Und zwar nicht die freundliche Brise, sondern die Sorte, bei der man seinen Hut festhalten muss und auch Worte mitgetragen werden. Also wurde kurzerhand reagiert. Wer zuhören wollte, ging mit. Teilnehmer, Zuschauer, alle ein wenig in Bewegung. Wunderbar, wenn Menschen so flexibel sind und sich nicht in Negativität und Gemecker verlieren, sondern das Beste aus der Situation machen. So wurde ja auch keinem kalt!
Natürlich haben wir das Feedback aufgenommen. Eine Lautsprecheranlage wird angeschafft, damit man künftig auch bei Wind genau das hört, was gesagt wird, ohne hinterher die Schrittzahl des Tages verdoppelt zu haben. Für diesen ersten Workshop-Testlauf aber bleibt vor allem eines hängen: Die Stimmung war offen, positiv und getragen von ganz viel guter Laune! Diejenigen, die hier waren, hatten einfach Lust auf das Event und darauf, sich mit anderen auszutauschen.
Unsere eigenen Pferde ebenso wie die für den Workshop angereisten Gastpferde – teils mit längerer Anreise quer über die Insel – zeigten sich von ihrer besten Seite. Hier und da ein Wiehern und natürlich Neugier, aber kein Drama und keine unnötige Aufregung.
Der benachbarte Schützenverein trainierte am Samstag zwar, war durch den Wind aber kaum wahrnehmbar. Und mallorquinische Pferde kennen solche Geräusche in der Regel ohnehin – die Jagd gehört hier zum Alltag. Alles fügte sich.
Zsolt kam bei allen Teilnehmern und Zuschauern sehr gut an. Keine aufdringliche Selbstinszenierung, sondern ruhige Präsenz, feiner Humor und ein Gespür dafür, was jedes einzelne Pferd-Reiter-Paar gerade braucht. Er hörte zu, schaute hin und fand klare Worte. Jeder fühlte sich hier wertschätzend behandelt und gesehen.
Das Teilnehmerfeld war bewusst gemischt – vom Ausbildungsstand der Pferde ebenso wie von den Themen der Reiter. Jeder konnte dort ansetzen, wo er gerade steht. Ohne Vergleiche und ohne Leistungsdruck. Genau das machte die Arbeit auch für die Zuschauer so spannend.
An beiden Tagen hatte jeder Teilnehmer jeweils zwei intensive 1:1-Einheiten mit Zsolt. Genug Zeit, um Dinge auszuprobieren, nachzuspüren und Veränderungen zu erleben. Zsolts Ausbildungsphilosophie der „kleinen Schritte“, lebte er vor und dadurch konnten wirklich alle Teilnehmer ein Erfolgserlebnis für sich verbuchen. Dass weniger oft mehr ist, zeigte sich hier in aller Deutlichkeit und auch das nahm sicher einigen den Druck.
Der Einstieg in den Workshop begann für alle vom Boden aus. Als Einladung, erst einmal anzukommen und die Aufmerksamkeit bewusst auf das Pferd zu richten und auch für die Pferde, um sich auf die neue Situation einstellen zu können. Schon hier zeigte sich, wie viel Klarheit in der Kommunikation entstehen kann, wenn man sich Zeit nimmt und genau hinschaut.
Auch die Zuschauer hörten genau zu. Viele der Hinweise waren so gesetzt, dass man sie problemlos mitnehmen konnte – unabhängig davon, ob man selbst gerade mit Pferd auf dem Platz stand oder nicht.
Was uns fast noch mehr gefreut hat als die fachliche Bereicherung: die Menschen, die an diesem Wochenende zu uns kamen. Offen, reflektiert, neugierig. Pferdemenschen, die nicht nur reiten, sondern auch fragen und zuhören und interessiert sind. Und das alles ohne Überheblichkeit, Konkurrenzdenken oder affektiertes Gehabe. Einfach bodenständig und authentisch. Das hat uns so gut gefallen!
Es entstanden Gespräche, die weit über den Workshop und einzelne Lektionen hinausgingen. Über Ausbildung, über Haltung, über berufliche Hintergründe und gemeinsame Schnittmengen. Ein Austausch, der sich für uns bereichernd und motivierend anfühlte und Substanz hatte.
Am Samstag gab es Pizza von unserer lieben Pizza-Steffi. Am Sonntag dann Paella. An diesem zweiten Workshop Tag zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite: Sonne, kaum Wind, frühlingshaft mild. Fast schon zu schön, um wahr zu sein.
Am Sonntag waren weniger Zuschauer da als am Samstag, was die Atmosphäre noch einmal persönlicher machte. Man konnte Zsolt gut verstehen, Fragen wurden direkt gestellt, es entstand ein lebendiger Austausch zwischen allen Beteiligten.
Als eine Teilnehmerin eine echte Herausforderung mit ihrer Stute meisterte, wurde spontan applaudiert. Aus ehrlicher Freude für die gemeisterte Aufgabe. Diese Szene steht sinnbildlich für das ganze Wochenende.
Wir nehmen aus diesen zwei Tagen viel Positives mit: wertschätzendes Feedback, kluge Anregungen für kommende Workshops und die klare Rückmeldung, dass sich viele wünschen, dass es weitergeht. Das freut uns sehr!
Zsolt selbst fühlte sich wohl bei uns. Und merkte schmunzelnd an, dass Mallorca im Winter doch deutlich angenehmer sei als Ungarn bei minus 14 Grad und Schnee. Er kann sich gut vorstellen, im kommenden Winter wieder auf die Insel zu kommen. Dem können wir uns nur anschließen.
Wer Interesse daran hat künftig über Workshops direkt informiert zu werden, der kann sich gern mit seiner Emailadresse bei uns melden. Wir senden dann zu gegebener Zeit Infos.
Danke an alle, die dieses Wochenende möglich gemacht haben!